Die Zukunft der Zukunft (FZ 260)
1984, 2001, 2010, 2013.... «Hausnummern» einer imaginierten Zukunft des 20. Jahrhunderts. Schon immer hatte Science-Fiction ein Faible für die exakte Datierung der Zukunft. Ob Raumschiffe, Mondkolonien oder der atomare Supergau, es ist theoretisch alles machbar, praktisch alles eine Frage der Zeit. War es in der utopischen Literatur der Renaissance bei Morus und Bacon die Räumlichkeit - das «Andere» passierte auf fernen Inseln - ist es im Science-Fiction des 20. Jahrhunderts die Zeit, welche unsere Welt von der Vision trennte. Das Kommende wird bereits im «Jetzt» festgeschrieben und zeigt damit den modernen Glauben an eine logische Konsequenz der Ereignisse: Der Fortschritt als Konstante. Wie die Staatsromane der Renaissance ist Science-Fiction in erster Linie Ausruck des jeweiligen ideologischen Gedankenguts der Entstehungszeit.
In der folgenden Ausgabe widmen wir uns dem Science-Fiction Film und dessen Verhältnis zur Zeit, zum Fortschritt, zur Zukunft und zur Gegenwart. Die Autoren Martin Büsser, Wolfgang Seidel, Andreas Rauscher und Roger Behrens setzten dabei den Fokus auf das Ende im Science Fiction Film und berichten über Serielles Erzählen, konstruierte Identität, selbsreflexives Kino und die Vernichtung der Zukunft der Vergangenheit.

